Hab ein Gefühl
Brauch nie mehr Schlaf
Draußen ist Frühling
Himmel strahlt
Sonne kühlt
Früh am Morgen
Klar die Luft
Vögel schütteln sich
in den Nestern
Meins ich will
bald verlassen
Aufbruch
Ruth Rousselange
Hab ein Gefühl
Brauch nie mehr Schlaf
Draußen ist Frühling
Himmel strahlt
Sonne kühlt
Früh am Morgen
Klar die Luft
Vögel schütteln sich
in den Nestern
Meins ich will
bald verlassen
Aufbruch
Elektrisch flirrt über den Feldern die Luft
Zittern Apfelbaumblätter dem Abend entgegen
Schneiden Amseln durch veilchenblauen Himmel
Den Wolkenfäden Schicht um Schicht begrenzen
Täler branden Hügelschaumkronen
gegen den Fuß der Berge
Auf jedem Zaunpfahl eine Krähe
Holz Vogel Holz Vogel Holz
Die Schnäbel gen Zukunft gewandt
Im Elsass
ich staun
wie leicht sie abhebt
durch die Luft schwebt
wenn sie meint
das lohnt
Mäuse fallen in Ohnmacht
Motten erblassen
und verpassen
zu flüchten
Mitnichten ist Katze
schnell satt
Anstatt
sich zu begnügen
zeigt sie Vergnügen
am Schmausen
von Mausen
und füllt sich den Bauch
das mach ich jetzt auch
Katerfrühstück
Dez. 2020
Die auf der Straße stehen
Sie sind aus festem Material
Weil sie selten fix vorübergehen
Tut es ab und an ‘nen lauten Knall
Das ist vor allem fürs Reh unangenehm
Und tödlich in mehreren Fällen
Im Fahrzeug verbleiben meist Dellen
Das kann einem Rehe vergällen
Abgesang auf Paarhufer
Rou. März 2021
drei Hühner und ein Hahn
scharren im Muschelkalk warmer Tag
ziehen Furchen
in den Mittwochmorgen
die Hälse schlank geschmeidig
rucken körnerweis zur Erde
Staub stiebt in Wölkchen
im kalten Auge blitzt Gewissheit
drei Hühner
RUCKE DI GU
WO IST MEIN SCHUH
DER GLÄSERNE FEINE DER GÜLDENE KLEINE
DER FERSENZERSPALTER DER ZEHENVERWALTER
DER FESSELZERSTECHER DER KNÖCHELZERBRECHER
DER BALLENZERTRÜMMRER DER FÜSSEVERKRÜMMER
RUCKE DI GU
DA IST MEIN SCHUH
ZERTRETE MIT RINDSLEDERSTIEFELN DEN TAND
JAGE MIT BÜCHSEN DEN PRINZEN INS LAND
LOCKE MIT LINSEN VÖGEL MIR FEIN
DIE HALTEN MEIN WEHRHAFTES HÄUSCHEN MIR REIN
GEHE ABENDS MIT BÄREN ZU BETT
DIE WÄRMEN UND WIEGEN UND WECKEN MICH NETT
REITE MORGENS MIT WÖLFEN HINAUS
DIE REIßEN MIR REHBÖCK UND ZERREN SIE NACH HAUS
TANZE ZUM MITTAG MIT WIESEL UND LUCHS
TRINK TEE UND ESS KUCHEN MIT RATTE UND FUCHS
HACK HOLZ UND HÄMMRE AM HÄUSCHEN HERUM
NIE NIMMT EIN VERDAMMTER PRINZ MIR WAS KRUMM
IM GESICHT TRAG ICH ASCHE AN FINGERN KLEBT BLUT
VOM TIERE AUSWEIDEN UND SCHÜREN DIE GLUT
AUS STIEFSCHWESTERNHAAR FLECHTE KISSEN ICH MIR
DIE RÖCKE ZERREISS ICH ZU LUMPEN TRINK BIER
VOM SCHMUCK DER MAMA SCHMIED ICH MESSER ZUHAUF
RITZE FRATZEN INS TÜRHOLZ NAGLE TIERSCHÄDEL DRAUF
KÄME JE NOCH EIN SCHMACKHAFTER JÜNGLING HIER AN
DEM GERBTE DAS FELL ICH UND MACHT IHN ZUM MANN
WONACH ASCHENPUTTELS SINNE WIRKLICH STANDEN
MIT TSCHAK TSCHAK TSCHAK GEHÄMMER
STAKEN JUNGE DAMEN DURCH STRAßEN
IN STAMPFENDEM RHYTHMUS
VÖGELN GLEICH DIE KLOPFEND WERBEN UM LIEBE
TSCHAK SOLL HEIßEN
SCHAU HER ICH HABE ZWEI FÜßE
TSCHAK TSCHAK
SCHAU NUR ICH HABE ZWEI BEINE DARAN
TSCHAK
SCHAU DOCH WAS DA WOHL ZWISCHEN SITZT
TSCHAK