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Nette Enten auf stillen Tümpeln

Von Tieren sollte man erwarten, dass sie sich auch wie richtige Tiere benehmen. Ruth Rousselange und Nichte wundern sich beim Wildparkbesuch.

Sind Sie schon mal von einer Horde Hängebauchschweine verfolgt worden? In unserem schönen Land kann einem das passieren. Zumindest in zaunarmen Wildparks mit tierischer Freizügigkeit und Lizenz zum Füttern für die Besucher. Da verlieren die behuften und gefiederten Angehörigen der Fauna offenbar jeglichen Respekt und trachten nur noch danach, den arglosen Parkgästen das letzte Körnchen aus der Tasche zu fressen. Meine kleine Nichte fand das blöd, ständig diese grunzenden Vielfraße auf den Fersen. Ihrem entrüsteten Gesicht war deutlich anzusehen, dass sie den unverschämten Tieren etwas besseren Anstand und deutlich größeren Abstand zu ihnen fremden Menschenwesen wünschte. Und ein bisschen sauberer hätten die schlammigen Borstenträger auch sein dürfen. Weder vorwitziges Lama noch forsche Ziege mit Interesse an knisternden, rosa Parkas konnten ihr ein freudiges Lächeln entlocken. Hinter jedem Busch und Baum schon wieder Rehe, Hirsche oder ähnliches Hufgetier, nein, alles schnöde. Wahrhaft begeistert haben die Nichte dann die Heimfahrt im Gewitter, ein leckeres Mittagsmahl in einer ruhigen Mühle und ein sportlich gesprinteter Spaziergang um einen idyllischen Weiher. Auf dem gab’s zum Glück nur Enten, ganz leise und vornehm zurückhaltend. Manches Federvieh hat eben noch Stil…

Saarbrücker Zeitung, 1. August 2011