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Kolumnen

So nicht, Herr Sommer!

Launisch, unzuverlässig und wechselhaft, solche Untugenden lassen Ruth Rousselange zürnen.

Lieber Herr Sommer, was bitte soll das? Zuerst bist du ewig weg, ohne auch nur ein Wörtchen von dir hören zu lassen oder einfach mal ein paar hübsche Sonnenstrahlen zu schicken. Dann schaust du wieder kurz vorbei, als sei nichts gewesen und plusterst dich auf. Klar, das ist nichts als heiße Luft – wie immer. War ja zu erwarten.
Hast du eigentlich eine Ahnung wie das ist, sich ständig auf jemand anderen einzulassen? Ich bin jetzt voll und ganz auf Herrn Herbst eingestellt und hab’ mir bergeweise Wollklamotten zugelegt. Damit ich mich gut einpacken kann, weil Herbst und ich es nämlich gemütlich mögen. Und ich mich nicht wieder von dir und deinen blöden 20 Grad einwickeln lassen muss. Weißt du eigentlich, was das kostet, ständig Mohair und Kaschmir zu kaufen, nur weil du nichts auf die Reihe kriegst? Einen neuen Kleiderschrank brauch’ ich auch bald. Falls du im Sinn hast, mal doch noch so richtig für länger zu bleiben, glaub’ bloß nicht, ich setz’ mich jetzt abends wieder raus, trinke kühle Weinschorle und überlasse meine Schultern deinen lauen Lüftchen. Womöglich soll ich auch noch Eis essen? Nein, damit ist jetzt endgültig Schluss. Von mir siehst du nichts mehr. Ich hülle mich in Mützen und Westen, zünde Kerzen an und bleib’ auf dem Sofa. Da kannst du draußen brüten wie du willst. Mach’ bloß so weiter, mein Beil zum Feuerholzhacken ist geschärft...

Saarbrücker Zeitung, 9. August 2011